Borussia Dortmund hat gegen Eintracht Frankfurt knapp mit 1:0 gewonnen. Die Schwarzgelben hatten viel Mühe, das Tor fiel erst 10 Minuten vor dem Ende.

Aus dem Westfalenstadion berichtet Andreas Römer

Mit einem Unentschieden konnte man jetzt so gar nicht rechnen. Das letzte Remis im Westfalenstadion zwischen dem BVB und der Eintracht gab es vor fast 20 Jahren. Von den letzten 14 Heimspielen vor dem Duell am Samstagabend hatte der BVB 13 mal gewonnen und einmal verloren. In den 106 Partien in der gemeinsamen Bundesligageschichte gab es nur 22 mal eine Punkteteilung. Also Unentschieden können Borussia und Eintracht nicht so richtig.

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Robin Koch im Zweikampf mit Fabio Silva

Fast, aber eben nur fast, hätten sich die Gäste auf Frankfurt den einen Punkt aber verdient gehabt. Nicht unbedingt, weil die Eintracht ein Superspiel gemacht hat, aber die vielen Unzulänglichkeiten auf Seiten der Gastgeber hatten auch nicht dafür gesorgt, dass man von dem klar besseren Team sprechen musste.

Guirassy trifft nicht

Ja, der BVB hatte ungefähr 60 Prozent Ballbesitz, ließ die Kugel häufig hübsch durch die eigenen Reihen laufen. Doch zwingend wurde das zumeist nicht. Frankfurt hielt den BVB häufig sicher vom eigenen Strafraum entfernt und so waren Torchancen eher Mangelware. Die Borussen-Torgarantie Guirassy hatte allerdings drei Dinger machen können.

Den ersten schon nach 15 Minuten. Da kam er aus gut 20 Metern frei zum Schuss, doch Atubolu im Kasten tauchte nach rechts ab und drehte die Kugel um den Pfosten. Zwei Minuten später wurde Guirassy vom Frankfurter Aseko, der seine Abwehrkollegen alle mit einem ungewollten Querpass überraschte, frei gespielt, lief allein auf den Torhüter zu, und er vergeigte das Ding. Atubolu ahnte, dass ein typischer Guirassy-Lupfer kommen würde, fuhr seine rechte Hand aus und vereitelte die dickste Chance des ganzen Spiels.

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Jonathan Burkardt wird von Ramy Bensebaini gebremst.

Die dritte Gelegenheit hatte der BVB-Stürmer dann nach einer Ecke, als er mit dem Hinterkopf den Ball an die Latte knallte. Die einzige gefährliche Ecke! Es war die 09. für die Gastgeber. Insgesamt hatte der BVB 13 mal die Gelegenheit, etwas draus zu machen – das ist im übrigen nicht verboten – und es gelang nur der eine Kopfball, den Guirassy auch eigentlich gar nicht so recht gesehen hatte. Die eine Ecke, die für die Eintracht in der Statistik steht, hat auch so gut wie niemand gesehen. Direkt nach der Pause ließen es die Eintracht Fans ordentlich vor der Nordtribüne rauchen und die Aktion, die zum Eckball führte wurde von Rauschwaden verdeckt.

Starke Fans auf beiden Seiten

Überhaupt hatten die Eintracht-Fans so richtig Bock. Gut 8.000 in Schwarz und Weiß waren vom Main an die Ruhr gekommen und stiegen mir Schmähgesängen, einer hübschen Choreo und ordentlich Lärm fürs eigene Team ein. Es macht schon was her, wenn der Gastverein ordentlich eigene Fans mitbringt. Das feuert auch die heimischen Fans an, man mag sich ja nicht die Chefrolle auf den Tribünen wegnehmen zu lassen.

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Frankfurts Fans zünden Pyrotechnik.

Die ersten 25 Minuten gehörten klar dem BVB. Der Ball zirkuliert nett, Guirassy hatte zwei Gelegenheit und nur der BVB hatte Eckbälle – acht Stück bis zu Pause. Doch nach den guten 25 BVB-Minuten schaffte es die Eintracht den BVB in der eigenen Hälfte zu beschäftigen und sogar Torchancen hatte das Team von Trainer Adi Hütter. „Da hatten wir uns das Unentschieden verdient gehabt“, befand der Österreicher. Er gab aber zu, dass sein Team in der zweiten Halbzeit zu wenig Entlastung hinbekommen habe, und somit am Ende „verdient verloren“ habe.

Brotlose Kunst

Auch wenn die Eintracht nur gelegentlich den Weg in die Borussen-Hälfte schaffte, war der zweite Durchgang ebenso wenig klar wie der erste. Borussen zeigte vor allem brotlose Kunst. So war Silva, der wieder als zweiter Stürmer starten durfte, agil und fleißig – gefährlich war er nicht. Kein einziger Schuss aufs Tor – einmal wenigstens in die Richtung, aber viel zu weit daneben und viel zu hoch – keine einzige Vorlage aus der seine Kollegen etwas machen konnten. Die anderen waren auch nicht viel zwingender. Nmecha oder Sabitzer, Ryerson oder Svensson – alles ganz gefällig auf dem Weg nach vorn, aber den Torschrei auf den Lippen hatten die schwarzgelben Fans nicht.

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Und so dauerte es mal wieder. Der Trainer wechselte – wieder erst nach über einer Stunde. Für Svensson, Sabitzer und Silva kamen Beier, Chukwuekema und Nwaneri. Der BVB spielte noch dominanter, brachte aber weiter nichts Zählbares zustande. Und doch hatte der Trainer wieder ein goldenes Händchen: In der 79. Minute wechselte er Bellingham für Nmecha ein. Der Engländer besprach sich scheinbar kurz mit Beier und wurde nur 30 Sekunden später von eben Beier auf der linken Seite nach vorn geschickt. Er fand dann an der Strafraumgrenze erneut Beier, bediente diesen und der bedankte sich mit einem Schlenzer aus 16 Metern rechts oben ins lange Eck zum umjubelten 1:0.

Beier sicherte schon in Stuttgart den Sieg

Wie schon in Stuttgart war der ehemalige Hoffenheimer der Siegtorschüsse. Unter den Augen von Ex-BVB-Trainer und heutigem Bundestrainer Klopp sicher eine besondere Sache. Doch genau dafür war er ja schließlich nach Dortmund geholt worden. Und dann bekam er nach dem Spiel von einem Fan auch noch ein Ticket für die Dart-EM, die nebenan in der Westfalenhalle läuft. Da wird er am Sonntag hoffentlich auch ein bisschen Spaß haben.

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Niko Kovac

Die Eintracht war dann nicht mehr in der Lage, nach vorn druckvoll zu agieren und so landete der BVB einen dann doch sicheren Sieg. Auch wenn es danach lange nicht ausgesehen hatte. „Wir mussten viel investieren“, beschrieb Trainer Kovac und wollte nach dem Spiel nichts vom Spitzenspiel in der Arroganzarena am nächsten Wochenende wissen. „Wir spielen erst am Dienstag im Pokal gegen Werder Bremen. Danach können wir über die Bayern reden“.

Text: Andreas Römer, Fotos: Kirchner-Media