Der BVB gewinnt das Heimspiel gegen den SC Freiburg nach einer furiosen ersten Hälfte klar und deutlich mit 4:0 (3:0). Eine völlig überforderte Freiburger Mannschaft hatte den Borussen nicht viel entgegenzusetzen und konnte am Ende nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Der BVB sichert sich damit auch rechnerisch die Champions League für die nächste Saison und kann den zweiten Platz verteidigen.
aus dem Westfalenstadion berichtet Oliver Römer
Mit dem FC Freiburg und seinem Trainer Julian Schuster kommt am 31. Spieltag der Bundesligasaison 25/26 der absolute Lieblingsgegner ins Westfalenstadion, wenn man sich die Punkteausbeute mit nur einer Niederlage in den Statistiken anschaut. Aber ich glaube, der BVB und Niko Kovac tun gut daran, auf sich selber zu schauen und auf die Probleme zu blicken, die sich (nicht nur) in den letzten Spielen schmerzlich offenbart haben. In den letzten beiden Partien war dann auch die positive Punkteausbeute nicht mehr da und zwei Niederlagen gegen direkte Konkurrenz sprechen Bände.

Nmecha fehlt
Das Fehlen von Nmecha im Mittelfeld ist immer deutlicher zu spüren. Zwar ist der spielstarke und robuste Mittelfeldakteur wieder im Lauftraining, doch für den Kader reicht es noch nicht. Seine Ballsicherheit und Spielübersicht gehen dem Spiel des BVB momentan ab. Jetzt kommt mit dem SC aus dem Breisgau auch nicht gerade Laufkundschaft nach Dortmund. Ein harter Brocken sozusagen. Wer das Pokalhalbfinale gegen Stuttgart und den Weg bis ins Halbfinale der Europa-League der Freiburger verfolgt hat, muss zu dem Schluss kommen, dass da eine Mannschaft kommt, die in sich gefestigt ist und genügend Personal hat, dem BVB 90 Minuten lang weh zu tun. Neben Nmecha fehlen Kovac weiterhin auch Adeyemi und natürlich Can für die heutige Partie. Vielleicht gelingt es der Mannschaft ja heute, die Fehlenden zu kompensieren und ein weiteres Heranrücken der Verfolger auf den zweiten Tabellenplatz zu verhindern.
In der Startaufstellung stehen im Tor Kobel, Abwehr Anton, Schlotterbeck und Bensebaini, davor Bellingham, Sabitzer, Ryerson, Beier sowie vorne Inacio mit seinem Debüt in der Startelf, Brandt und Guirassy.
Der BVB drückt und trifft zwei Mal
Der BVB versucht, sich sofort in der Hälfte des SC festzusetzen. Es dauert nicht lange, da geht Beier zum zweiten Mal auf der linken Seite durch und schiebt den Ball an Atubolu vorbei ins Tor der Breisgauer zum frühen 1:0.


Inacio spielt den Ball auf Brandt, der auf Guirassy. Guirassy braucht nur noch den Fuß hinhalten und es steht nach 13 Minuten 2:0 für unseren BVB. Inacio macht es weiter gut und spielt einen Ball durch den kompletten Strafraum auf Brandt, der aber den Ball über das Tor drischt. Die Möglichkeiten reißen nicht ab. Die nächste hat Bellingham. Auch die geht knapp drüber.
Freiburger Auflösungserscheinungen?
Sind das Nachwirkungen von Donnerstag bei Freiburg? Oder schon Schongang für das EL-Halbfinale nächste Woche. Zumindest gibt hier nur eine Mannschaft den Ton an. Und das ist der BVB. Die erste Annäherung in der 23. Minute nach einem Freistoß für die Freiburger, aber keine Gefahr. Beim BVB sieht das richtig gut aus. Kaum ein Ball geht mal verloren, so entstehen sehr lange Ballbesitzphasen, die aber auch immer wieder zu Abschlüssen führen. Selbst ein Bellingham fummelt sich durch die Abwehr der Roten und wird nur auf Kosten einer Ecke gestoppt. Die führt auch gleich zum 3:0. Ryerson schießt die Ecke auf Bensebaini, der nur noch zum Treffer einnicken muss.

Beier brilliert auf Svensson Position
So stell ich mir ein Heimspiel vor. Auf der anderen Seite muss Kobel aber dann bei einem der wenigen Vorstöße der Breisgauer auf der Linie klären. Beier macht sich super auf der Svensson-Position und treibt immer wieder auf der linken Seite an. Nochmal ein Freistoß aus halblinker Position und 22 Metern. Beier steht bereit, schießt aber in die Mauer. Dann sind auch die 2 Minuten Nachspielzeit rum. Das war schon fast eine Vorführung der Mannschaft von Trainer Schuster. Aber so hätte man sich das öfter von Beginn an vorgestellt.
Kein Tor für Freiburg durch den VAR
Die ersten schwarzgelben Aktionen in der zweiten Hälfte sind dann auch nicht von hoher Intensität geprägt. Unweigerlich und passend kann Freiburg nach einem Freistoß den Ball im Tor von Kobel unterbringen. Aber der VAR hat mal wieder etwas dagegen. Es wird auf vorherige Abseitsstellung entschieden. Kein Tor. Glück für den BVB. Dann ist der BVB wieder vor dem Tor der Freiburger. Beier spielt auf Inacio, der ansatzlos abzieht, aber in Atubolu seinen Meister findet. Aber Freiburg findet weiterhin nicht ins Spiel und tut auch nicht viel, um am Ergebnis zu drehen. Auch die Borussen beschränken sich auf vereinzelte Vorstöße und lassen das Spiel eher dahinplätschern.
Freiburg versucht Schadensbegrenzung – Silva trifft
Inacio geht nach einer super Partie runter und Svensson kommt für ihn. Daher rückt Beier eine Position nach vorne. Weiterhin bleibt das Spiel nach vorne Stückwerk und viele Bälle gehen wieder zu einfach verloren. Aber Freiburg spielt mehr und mehr auf Schadensbegrenzung. Chukwuemeka und Silva kommen für Brandt und Guirassy. Kurz nach seiner Einwechslung ist dann Silva Zeit. Mit einer schnellen Drehung im Strafraum nach einem Zuspiel von Svensson von der Strafraumkante drischt Silva den Ball trocken zum 4:0 in die Maschen. Mal wieder ein Jokertor.

Champions-League sicher
Das dürfte es dann aber auch gewesen sein. Albert mit seiner Premiere und Özcan kommen noch für Bellingham und Beier. Fünf Minuten werden nachgespielt. Kobel kann sich kurz vor Abpfiff mit einer Parade gegen den frei auf ihn zustürmenden Irie auszeichnen. Danach erlöst der Schiedsrichter die Freiburger mit seinem Schlusspfiff und der BVB gewinnt völlig verdient und ungefährdet dieses Spiel gegen harmlose, aber auch überforderte Breisgauer. Freiburg wird aber wahrscheinlich ein anderes Spiel im Kopf gehabt haben und hat aber auch am Donnerstag im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VfB kräftig Federn lassen müssen. Der BVB sichert sich damit endgültig die Champions League für die nächste Saison und kann die Platzierung hinter dem Meister aus München vorerst verteidigen.
Weiter geht es für die Schwarzgelben am nächsten Sonntag um 17:30 Uhr gegen Borussia Mönchengladbach.
Niko Kovač nach dem Spiel
Ja, ich denke, dass wir heute das Spiel verdient gewonnen haben. Ich denke, ich weiß, es ist das tausendste Heimspiel, ein schönes Jubiläum mit einem wirklich tollen Erlebnis und einer wirklich tollen ersten Halbzeit. Die zweite Halbzeit war meines Erachtens auch okay. Wir hätten vielleicht noch ein bisschen mehr investieren können. Über die Art und Weise, wie wir das gerade in der ersten Halbzeit gemacht haben, hat mich überzeugt, hat mich auch gefreut. Das war eine sehr gute Reaktion auf das, was in den letzten beiden Wochen nicht gelaufen ist, und dann hat alles gepasst, zu Null gespielt, wieder vier Tore geschossen. Haben nochmal zwei junge Bundesligaspieler gebracht.
Text: Oliver Römer, Bilder: Bahho Kara, Kirchner Media
