Der BVB beweist seine Qualität und hat zusehends Spaß gegen den FC Augsburg und gewinnt am Ende hochverdient mit 2:0 (1:0). Außer ein paar Nachlässigkeiten im Rückwärtsgang war der Sieg sehr überzeugend und die Elf von Kovac hatte kaum Probleme mit am heutigen Tag harmlosen Augsburgern. Luca Reggiani gelang sein erster Bundesligatreffer und baute die Führung von Adeyemi aus.
aus dem Westfalenstadion berichtet Oliver Römer
Zweiter gegen Neunter heißt die Partie zwischen Borussia Dortmund und dem FC Augsburg. Klare Sache eigentlich auf dem Papier. Wenn man aber die letzten Tendenzen betrachtet, geht die Formkurve der Fuggerstätter ganz klar nach oben und in der Rückrunde ist man nur 3 Punkte hinter dem BVB. Wenn man dann die Leistung der Mannen von Kovač gegen Köln betrachtet, weiß man ungefähr, was für ein Spiel man heute gegen die Puppenkiste erwarten kann. Auch wenn die Warnungen von Kovač in der Pressekonferenz vor dem Spiel deutlich an die Mannschaft gerichtet sind, wird die Frage wieder sein, mit welcher Einstellung sich die Schwarzgelben im heimischen Westfalenstadion zeigen.
Ohne Guirassy und Silva in der Startelf – Alex Popp wird offiziell Borussin
Personell wird Bensebaini aufgrund seiner fünften gelben Karte fehlen. Ihn ersetzen wird Luca Reggiani, der wieder von Beginn an ran darf. Erst einmal ohne Guirassy und Silva geht es im Sturm los. Beier und Adeyemi werden vorne beginnen. Schau’n wir mal, was sich Kovač dabei gedacht hat. Ansonsten keine Überraschungen: Neben Reggiani stehen Anton und Schlotterbeck in der Abwehr. Davor reihen sich Svensson und Ryerson sowie Bellingham, Sabitzer und Nmecha. Im Tor natürlich Kobel.
Im Vorfeld dann die Vorstellung von Neuzugang für die Frauen: Alex Popp, die von der ganzen Süd mit einer Welle bedacht wird.

Zuerst plätschert das Spiel eher hin und her. Nach zehn Minuten geht es mal schnell über rechts nach vorne, doch die Hereingabe verpasst Beier knapp. Bei der nächsten Möglichkeit ist es dann Adeyemi, der den Ball über die Linie drückt. 1:0 für den BVB nach 12 Minuten.

Beier und Adeyemi machen vorne weiter Druck und zwingen die Augsburger in die eigene Hälfte. Gefährlich sind die Fuggerstätter allerdings bei ihren schnellen Vorstößen über die Außen. Kobel kann einmal nur mit Not retten. Ryerson kommt über rechts, tankt sich in den Strafraum, bedient Beier, der aber wie auch im Nachschuss Adeyemi an Dahmen im Tor des FC scheitert. Danach ist es wieder Adeyemi, der an der Latte scheitert.

Bellingham versucht es aus 20 Metern, scheitert aber auch an Dahmen, der den Ball gerade noch über die Latte lenken kann. Das sieht nach extremem Übergewicht der Dortmunder aus. Nur das zweite Tor will nicht fallen. Ryerson bringt den Ball nochmal von rechts, Beier köpft den Ball dann aber drüber. Die fünfte Ecke in der 45. Minute bringt nichts mehr ein. Die erste Hälfte endet mit einer 1:0-Führung für den BVB, die hochverdient ist. Bis auf seltene Vorstöße der Puppenkiste hat der BVB das Spiel vollkommen im Griff. Reggiani mit einer soliden, aber nicht auffälligen Leistung, aber mit Schlotterbeck der zweikampfstärkste Borusse. Adeyemi mit 4 Torschüssen der gefährlichste. Bin gespannt, ob der BVB die Leistung in der zweiten Hälfte weiter zeigen kann und was der FCA noch im Köcher hat.
Übergewicht und Reggianis erstes Bundesliga-Tor
Die zweite Hälfte beginnt mit dem gleichen Übergewicht von Schwarzgelb. Die Bälle werden leider vorne im Klein-Klein zu schnell vertändelt. Nach einer Ecke von Ryerson krönt Reggiani seinen Tag mit einem Kopfballtor in den rechten Winkel, seinem ersten Bundesligatreffer. Dafür lässt er sich nochmal vor der Süd feiern.

Svensson geht verletzungsbedingt, dafür kommt Silva. Weiter geht’s im Vorwärtsgang. Schwarzgelb macht weiter Druck auf das Tor von Finn Dahmen. Die Augsburger sind hinten so beschäftigt durch Ecken und Freistöße, dass sie kaum noch Entlastung nach vorne hinbekommen.
Augsburg wirft nochmal alles nach vorne
Mit der Einwechslung von Marius Wolf, einem alten Bekannten, wirft der FCA nun alles nach vorne. Neue Räume ergeben sich für die Borussen und nacheinander scheitern Adeyemi, der allein aufs Tor zuläuft, und Beier. Nmecha, Beier und Sabitzer gehen dann runter. Brandt, Chukwuemeka und Couto kommen sowie Guirassy für Adeyemi. Es gibt noch fünf Minuten Nachspielzeit.
Guirassy sofort mit einem Alleingang, der aber auch an Dahmen scheitert. Der FCA kommt jetzt immer öfter in die gefährlichen Räume vor Kobel. Dann beendet Schiri Dankert diese Partie, die der BVB zwar mit vielen vergebenen Chancen, aber doch bis auf zwei Minuten vor dem Ende überzeugend gewinnt.

Der FCA über weite Strecken harmlos, aber mit einem überragenden Torwart Finn Dahmen. Wenn man am nächsten Wochenende gegen Hamburg im nächsten Heimspiel genauso konzentriert spielt, sieht es ganz gut aus für die Champions-League-Qualifikation für die nächste Saison.
Kovač nach dem Spiel:
„Die Mannschaft hat von der ersten bis zur letzten Minute ein richtig gutes Spiel gemacht, hat den Gegner beherrscht, nichts zugelassen.“
„Die Art und Weise heute war genau das Gegenteil von dem, was wir in der letzten Woche gesehen haben. Heute hat alles gepasst.“
Über das Tor von Reggiani: „Ja, ich bin sehr glücklich, nicht nur ich, alle Dortmund-Fans, die im Stadion saßen. Ein 18-Jähriger spielt sein zweites, drittes Bundesligaspiel, macht sein erstes Tor, freut sich dermaßen, dass er gar nicht weiß, was er zuerst machen soll.“ „Die ganze Emotion, die rauskam, sehr schön, und das ist das, was man braucht.“
Text: Oliver Römer, Bilder: Kirchner Media, David Inderlied
