Der BVB verliert unglücklich eine Riesenpartie gegen den Dauermeister Bayern München mit 2:3 (1:0 Die Mannen von Nico Kovac können das Spiel bis zum Schluss offenhalten und verabschieden sich mit einem Spektakel aus dem Meisterschaftsrennen. Der Traum vom Sieg hielt lange Zeit an, die besseren Argumente hatte aber dann der Gast aus dem Süden. Herzlichen Glückwunsch nach München.

aus dem Westfalenstadion berichtet Oliver Römer

Das „Nonplusultra in Europa“, laut Trainer Kovac, ist zu Gast im Westfalenstadion. Der Klassiker gegen Bayern München. Nun denn. Was bedeutet das nach dem bitteren Aus in der Champions League? Wie hat die Mannschaft die Niederlage verarbeitet? Wie gut kann sie wirklich abhaken und nach vorne schauen? Schön wäre eine positive Reaktion der Schwarzgelben. Von einem Sieg in diesem Duell redet ja noch niemand. Die Defensive bei Gegnern dieser Kategorie hat in dieser Saison immer ihre Lücken gezeigt und hat nicht wie in den Spielen gegen die „normalen“ Gegner aus der Liga eine sehr saubere Weste. Rein faktisch trennen den Ersten vom Zweiten der Tabelle acht Punkte.

Ryerson fehlt, Schlotterbeck dabei

Einer, der den Standard zur Waffe machen kann, wird fehlen. Ryerson muss aufgrund seiner fünften gelben Karte ein Spiel pausieren und Chukwuemeka fällt kurzfristig aus. Dafür ist Schlotterbeck wieder mit im Kader und kann seinen Meisterforderungen nun im direkten Duell gegen den amtierenden Meister Taten folgen lassen. Genauso wie Silva von Beginn an beweisen kann und der fastende Guirassy erstmal auf der Bank bleibt. Daneben spielen Adeyemi und Beier. Die Abwehr komplettieren Anton und Can. Auf den Außen agieren Svensson und Couto, davor Nmecha und Sabitzer. Mal wieder eine schöne Choreo vor dem Spiel von der Süd dem Spiel angemessen.

Choreo Südtribüne Heja BVB

Die Bayern versuchen, sich von Beginn an in der Dortmunder Hälfte festzusetzen. Der BVB kommt mit schnellen Kontern meist über rechts zu den ersten Nadelstichen und brennt von Beginn an. In der 15. Minute muss Kobel das erste Mal eingreifen und einen Ball zur Seite wegschlagen. In der Offensive ist die Abstimmung mit Silva und dem Rest bei Vorstößen nicht optimal. Die zweiten Bälle im Mittelfeld sind heiß umkämpft.

Schlotterbeck mit Glück und der Führung

Die Dortmunder lassen die Bayern viel zu nah an ihren Strafraum. Schlotterbeck kommt wohl einen Moment zu spät bei einer Grätsche und muss froh sein, dass er nur Gelb sieht. Dann ist der BVB mit einem Freistoß auf der linken Seite am Start und Schlotterbeck nickt zum 1:0 in das Tor der Münchner ein. Das ist mal ein Start. Beier und Silva kombinieren sich im Strafraum zum Tor. Beier vergibt aber rückwärts zum Tor. Der BVB bleibt gefährlich und schnell bei Vorstößen.

Tor und Jubel zum 1:0 durch Nico Schlotterbeck

Siva leistet sich so manchen Zweikampf mit Tah dem er momentan noch unterliegt. Beier rutscht am Ball vorbei in der 42. Minute, nachdem er aussichtsreich freigespielt wurde. Nachdem Can nach einer Verletzung erst noch weiterspielt, ist dann aber noch vor der Pause Schluss und Bensebaini kommt für ihn. Das sieht nicht gut aus bei ihm. Dann ist die erste Hälfte durch und der Schiedsrichter beendet nach rund sieben Minuten Nachspielzeit. Ein munteres Spiel von beiden Seiten, in dem der BVB nicht unverdient mit 1:0 führt, da die Münchner sich nicht eindeutig durchsetzen können.

Emre Can muss runter mit einer vermutlich schweren Verletzung
Kane ist zur Stelle

Zu Beginn der zweiten Hälfte kann sich der BVB wieder zweimal gefährlich über die linke Seite durchkombinieren, scheitert aber auch gleich wieder an eigener Ungenauigkeit. Auch auf der Gegenseite gibt es gefährliche Szenen. Die erste geht noch knapp gut, bei der zweiten ist Kane zur Stelle, in seiner unnachahmlichen Art, und markiert den Ausgleich.

Beier über die Latte

Im Gegenzug schießt Beier nur knapp über die Latte. Ein offenes Spiel. Wieder Beier der nur knapp verfehlt. Trotz des Ausgleichs ist die Mannschaft von Kovac hier nicht chancenlos. Zweimal Glück danach, dass die Bayern auch ihre Chancen vorne nicht machen. Silva setzt den Ball nach einem starken Vorstoß von Adeyemi knapp am Pfosten vorbei. Nicht sein Tag heute. Danach ist Schluss für ihn.

Nochmal Kane per Elfmeter

Guirassy kommt für Silva. Nach einem Ballverlust von Svensson in der Vorwärtsbewegung setzen sich die Bayern vorne fest und Schlotterbeck legt Olise im Strafraum. Elfmeter für die Rotweißen Kane verwandelt mit seinem zweiten Treffer heute. Kobel ist sogar noch dran, aber zu gut geschossen.

Brandt und Bellingham und Inacio kommen für Beier und Adéyemi und Nmecha.

Svensson mit dem 2:2

Es ist nicht die schlechteste Partie der Schwarzgelben. Aber die Münchner sind momentan den Tick besser. Kane liegt am Boden mit Krämpfen. Das zeigt die Intensität auf beiden Seiten. Dann ist der Ball plötzlich im Netz der Münchner, nach einer Unachtsamkeit, die Svensson mit der Hacke ausnutzen kann. 2:2. Noch fünf Minuten. Darf man jetzt träumen? Aber nein. Ausgeträumt.

Tor zum 2:2 durch Daniel Svensson
Kimmich beendet die Dortmunder Träume

Die Münchner setzen doch noch einen drauf. Kimmich netzt mit einem Fernhammer für die Roten zum 3:2. Es hätte so schön sein können. Noch fünf Minuten Nachspielzeit. Bis zum Ende müht sich der BVB mit Herz und Leidenschaft, aber es ist der Tick, der München besser ist. Nur kurz durfte der BVB von einer Fortsetzung des Titelkampfes träumen. Elf Punkte ist der Klassenprimus jetzt vorne. Herzlichen Glückwunsch zur X-ten Meisterschaft nach München.

Kovac nach dem Spiel

Wir haben einen richtig guten Klassiko gesehen, Werbung für den Fußball. In der ersten Halbzeit haben wir den Münchnern nichts zugelassen. Schade, wir hätten einen Punkt verdient, am Ende macht Kimmich den Unterschied. Meine Mannschaft hat ein tolles Gesicht nach dem Ausscheiden aus der Champions-League gezeigt. Ich bin enttäuscht, aber über die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, glücklich. Wir wollen noch ein paar Punkte in dieser Saison holen.

Ausblick

Weiter geht es nächsten Samstag um 18:30 Uhr in Köln.

Text: Oliver Römer, Bilder: Bahho Kara, Kirchner Media