Im Trainingslager in Bad Ragaz konnte die Kirsche auch mit Roman Bürki sprechen. Der Schweizer hat eine starke letzte Saison gespielt und blickt zuversichtlich auf die neue Saison.

„Die Resultate der Vorbereitung stimmen bisher, es läuft also gut. Man kann immer etwas verbessern, aber im Großen und Ganzen sind wir glaube ich auf dem richtigen Weg.“ Er findet es klasse mit so vielen Topspielern zusammenzuarbeiten. „Manchmal bekommt man schon Gänsehaut, wenn man nur die Namen der neuen Kollegen hört. Die passen nicht nur perfekt für uns auf dem Platz, sie passen auch perfekt ins Team.“

Bürki steht dazu, das Ziel Meisterschaft auszugeben: „Ich finde es gut, dass wir uns dies Ziel setzen.“ In jeder Sportart gelte: Man muss von sich überzeugt sein, wenn man anspruchsvolle Ziele erreichen will. „Du musst vom ersten Tag daran glauben und das dann genau so angehen. Ich finde das gut, dass wir uns das jetzt alle vornehmen, am Ende etwas hochstemmen zu wollen“, puscht der Torhüter.

Auf die Frage, ob die Abwehr in der letzten Saison nicht ein Schwachpunkt gewesen sei, widerspricht Roman Bürki energisch: „Ich habe die Abwehr nie als Schwachpunkt ausgemacht. Wenn, dann verteidigen wir alle zusammen“.  Aber er freut sich, mit Mats Hummels eine erfahrenen Mann dazugewonnen zu haben. Der sei vor allem auch für den Spielaufbau mit seiner Ruhe, seiner  Erfahrung und der körperlichen Präsenz wichtig. „Er macht unser Spiel dadurch besser, weil er häufig eine Lösung findet, wie wir im Ballbesitz bleiben, wo vielleicht ein anderen Spieler den Ball wegeschlagen hätten. Mats strahlt vor allem Ruhe aus. Er spricht nicht so viel, aber wenn dann die richtigen Kommandos“, weiß Bürki.

Gut gelaunt: Roman Bürki

Ihn ärgern immer noch Gegentore aus Standards. Er hofft, dass sich das Team in diesem Bereich besser aufgestellt. „Aber wenn Standards die einzige Situation ist, wo ein Gegner ein Tor machen kann, ist da ja nicht schlecht“, schmunzelt der Keeper. Doch natürlich versuche man alles, um hier besser und stabiler zu werden.

Er selbst arbeitet schon über ein Jahr mit einem Mentaltrainer. „Der hilft mir Situationen besser zu verarbeitet. Ich mache mir selbst ja den größten Druck. Und es hilft mir immer, wenn ich aus einem Gespräch mit ihm positiv herausgehe“. Es sei ja so, dass Fehler eines Torwartes häufig gravierender sind, als Fehler woanders auf dem Platz. Sich darüber im Klaren zu sein und trotzdem mit eigenen Fehlern umgehen zu können, sei gut. „Wichtig ist daneben aber auch die Rückendeckung durch die Mannschaft, wenn man mal einen Patzer gemacht hat. Die spüre ich hier auch“, sagt Roman Bürki.

Mit Spannung und Freude sieht er dem Supercup-Spiel entgegen. „Den Supercup habe ich noch nicht gewonnen – den will ich unbedingt haben. Immer wenn es etwas zu gewinnen gibt, will ich das haben.“ Die Mannschaft nehme das Spiel am Samstag ernst und könne schon einmal ein Zeichen setzen. „Wir müssen in der Vorbereitung sicher schon bei 90 Prozent sein. Immerhin ist eine Woche später das Pokalspiel und da gilt es ja“, weiß der Schlussmann. „Wir werden gegen die Bayern sicher ein gutes Spiel machen – mit unseren Fans im Rücken“, gibt er die Richtung schon einmal vor.

Wie das künftige System, mit dem der BVB erfolgreich sein möchte, aussehen wird, überlässt er natürlich dem Trainer. Aber er kann sich vorstellen mit nur einem Sechser zu spielen  – davor dann vielleicht zwei Achter – das sei machbar. Bislang ging es in der Vorbereitung vor allem um den konditionellen Bereich. Taktisch habe man noch nicht so viel gemacht. Das werde sicher in den nächsten Tagen kommen.  Schnell soll es vor allem bleiben. „Dass der Ball beim Abstoß nicht mehr aus dem Strafraum gespielt werden muss, ist für uns gut. Damit kann man das Spiel schnell eröffnen“, ist Roman Bürki überzeugt. Alle Regeländerungen wurden den Jungs von Schiedsrichtern ausführlich erklärt.

Er selbst will seinen Beitrag leisten, das Ziel Meisterschaft zu erreichen. „Ich arbeite immer daran mich zu verbessern. Im Urlaub war ich beim American Football. Von der Mentalität dort kann man viel mitnehmen. Sobald die Jungs dort auf dem Platz stehen, geht es richtig ab. Da will jeder gewinnen, da will sich jeder zeigen. Da können wir alle – nicht nur in Dortmund – noch etwas lernen. Mir ist es lieber, wenn dann alle auch im Training wieder Schienbeinschoner tragen. Ich will auch jedes Trainingsspiel gewinnen – das muss so sein.“

Andreas Römer

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