Mit 3:0 (1:0) gewinnt der BVB ein Spiel, dass er gewinnen musste. Wieder verpasste der BVB es zu Beginn nach dem 1:0 nachzulegen und trug wenig zum frühzeitigen Entscheiden bei. In der zweiten Hälfte steigerte sich die Elf von Nico Kovac und Sabitzer entscheidet mit seinem Tor das Spiel und nebenbei beendet Guirassy seine Torflaute und trifft zum abschließenden 3:0. Damit nimmt der BVB am Ende verdient drei Punkte mit aus dem heimischen Westfalenstadion.
aus dem Westfalenstadion berichtet Oliver Römer
Letzter Spieltag der Bundesligahinrunde, Heimspiel, Flutlicht. Alles ist angerichtet. „Wir wollen den Fans einen Sieg schenken“, hieß es aus dem Mund von Trainer Kovac auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Nach dem 3:3 am letzten Freitag in Frankfurt bei der Eintracht kommen wieder leichte Fragen auf, ob der fehlenden Stabilität bei so vielen Gegentoren. Wenn man die Spiele der Vorrunde nach der ersten Halbzeit abgepfiffen hätte, wäre der BVB gleichauf mit den Roten aus München an der Tabellenspitze. Wäre, hätte, beides Formen des Konjunktiv die Unwirklichkeit und Wünsche ausdrücken. Die Wünsche und Ansprüche sind natürlich da bei den Schwarzgelben, aber realistisch muss man sich dem Druck, den in der Tabelle folgenden Mannschaften erwehren.
Silva für Guirassy in der Startelf?
Beim letzten Heimspiel gegen Werder Bremen im letzten Januar trennte man sich auch Unentschieden mit 2:2, aber wir hoffen alle auf eine klare Angelegenheit heute. Zumindest Kovac ist der Meinung mal wieder früh eine Führung auszubauen, um mehr Ruhe im Spiel zu haben. Wünschenswert wäre es natürlich. Entscheidend wird vielleicht ob Kovac Silva für Guirassy in die Startelf packt obwohl der Trainer natürlich weiterhin treu zu dem Mann aus Guinea hält. Bedeutet aber keine Startelfgarantie, da die verbleibende Saison noch lang wird und man auch mit den Kräften haushalten muss.
Guirassy muss auf die Bank
Und tatsächlich. In der Startelf steht Silva statt Guirassy wie die Aufstellung eine Stunde vor Anpfiff dann preisgibt. Hinter ihm dann Beier und Chukwuemeka. Das Mittelfeld bildet Couto Sabitzer, Nmecha und Ryerson. Die Abwehr mit Süle, Anton und Schlotterbeck. Im Tor wieder Kobel.
Nach den ersten beiden Minuten die sich der BVB in der Hälfte des SV Werder festsetzt ist es dann erstmal die Mannschaft von der Weser die mit Kontern gefährlich nach vorne kommt und Kobel mehrfach prüft. Silva und Chukwuemeka kombinieren sich per Doppelpass durch die grünen Reihen und Silva schließt ab. Der Schuss wird aber zur Ecke abgelenkt. Den fälligen Eckstoß von Ryerson verwandelt Schlotterbeck zum 1:0 für unseren BVB.

Bremen bleibt gefährlich
Aber die Bremer bleiben gefährlich. Njinmah schnappt sich, wie schon öfter in der Anfangsphase, mit hoher Geschwindigkeit den Ball und geht alleine auf Kobel zu, der aber gerade noch klären kann. Da kam weder Süle noch Anton hinterher. Mal wieder fehlt das zweite Tor um Ruhe ins Spiel der Schwarzgelben zu bringen. Stattdessen lässt man den SVW wieder Luft holen und zu sehr die Initiative. Allein am Unvermögen der Werder Offensive liegt es, dass hier noch nicht mehr passiert ist.
Das ist einfach zu wenig, was die Heimmannschaft hier gegen schwache Bremer anbietet oder eher gesagt verwaltet. Schon im Aufbau ohne großen Druck des Gegners geht der Ball immer wieder verloren. Zwar führt der BVB immer noch, aber auch ein Silva macht nicht unbedingt die Anstalten sich einen Vorteil gegenüber Guirassy erspielen zu wollen. Insgesamt von beiden Seiten keine Werbung für den Fußball. Es gibt Pfiffe trotz 1:0-Führung von den Rängen.
Keine Werbung für den Fußball
Nach dem Seitenwechsel kommt Can für den gelbverwarnten Süle ins Spiel. Es geht so weiter wie die erste Hälfte aufgehört hat. Selbst einem Schlotterbeck geht im Vorwärtsgang im Mittelfeld der Ball verloren. Dann geht es langsam etwas besser. Der BVB erhöht nur ein bisschen die Intensität und schon entwickelt sich ein ganz anderes Spiel. Auch die Jungs von der Weser müssen das Tempo jetzt erhöhen. Das kann dem Spiel nur gut tun. Aber immer noch hat Werder mehr Ballbesitz.
Weckruf von Sabitzer
Dann ein leichter Weckruf von Sabitzer der von 20 Metern mit 94 km/h einen Strahl auf das Tor von Sugawara ablässt. Bellingham, Guirassy, Svensson kommen für Chukwuemeka, Beier und Ryerson. Dann also mit Silva und Guirassy. Der Ball läuft jetzt etwas flüssiger durch die Dortmunder Reihen mit weniger Ballverlusten. Auch die Laufarbeit stimmt jetzt wieder. Wieder ist es Sabitzer der aus fast gleicher Position unbedrängt abzieht und diesmal trifft. zum entscheidenden 2:0 für den BVB. Warum nicht schon eher.

Guirassy trifft zum 3:0
Und der BVB legt noch einen drauf. Und jetzt ist es Guirassy der mit dem Treffer zum 3:0 seine Torflaute beendet. Er nutzt einen Abpraller in der Abwehr der Bremer den Bellingham erzwingt und netzt ganz abgebrüht ein. Ein Durchatmen ist im ganzen Stadion zu spüren. Eine Riesenlast fällt vom Mann mit der Nummer Neun ab. Die ganze Mannschaft freut sich für ihn mit.

Adeyemi kommt jetzt für Silva. Der ist sofort mitten im Spiel und spielt seine Schnelligkeit mehrmals aus. Wie so oft in der letzten Zeit aber ohne Ertrag. Von der rechten Strafraumkante versucht es Couto nochmal, scheitert aber am Bremer Torhüter. Auch Guirassy darf nochmal aufs Tor schießen. Dann ist das Spiel zu Ende.
Der BVB gewinnt zwar verdient aber ohne besonderen Glanz auf Grund der ersten Hälfte die absolut unterklassig war. Aber am Ende alles gut. Drei Punkte und ein Tor von Guirassy der hoffentlich damit seine Flaute beendet.
Kovac: In der ersten Hälfte waren wir nicht im Spiel, das lag an Werder, sie waren schwierig zu greifen, sie haben sehr viel rotiert und sehr viele Positionswechsel gehabt, das war nicht einfach zu verteidigen. Das 1:0 hätte uns Sicherheit geben müssen. Ich freue mich über den Sieg auch wenn er nicht überragend war.
Die Pfiffe zur Pause waren absolut berechtigt, das können wir besser.
Weiter geht es schon am Samstag gegen St. Pauli auch wieder im Westfalenstadion.
Text: Oliver Römer, Bilder: David Inderlied, Kirchner Media