Mit einem überzeugenden 2:0-Sieg gegen Atalanta Bergamo im Hinspiel des Play-offs in der Champions League legt der BVB mit einem gut aufgelegten Guirassy gut fürs Rückspiel in Norditalien vor. Auch mit Neuling Reggiani in der Abwehr konnte die Elf von Trainer Kovac eine sehr stabile und solide Leistung abrufen und die kurzfristigen Ausfälle kompensieren.
aus dem Westfalenstadion berichtet Oliver Römer
Der Tabellensechste der italienischen Serie A, Atalanta Bergamo, kommt zum Tabellenzweiten der Bundesliga zum ersten der beiden Ausscheidungsspiele um das Weiterkommen ins Champions-League-Achtelfinale. Der BVB muss gut vorlegen, um im zweiten Spiel in Italien dann eine gute Ausgangsposition zu haben. Auch wenn es keinen Auswärtstorebonus mehr gibt, liegt der Vorteil des Heimvorteils im zweiten Spiel ganz klar bei den Männern aus der Lombardei. Basteln muss Trainer Kovac durch die zusätzlichen Ausfälle von Süle und Schlotterbeck an der Innenverteidigung. Hier wird es spannend sein, zu sehen, wie das Gesamtkonstrukt der Abwehr am Ende aussieht und funktioniert. Aber dafür ist ja ein Trainer da, um sich diese Gedanken zu machen und aus jeder Situation das Beste aus seiner Mannschaft herauszuholen.
Reggiani beginnt in der Innenverteidigung
Die Aufstellung ist dann aber doch eine kleine Überraschung. Als CL-Debütant beginnt Luca Reggiani in der Innenverteidigung neben Anton und Bensebaini. Im Mittelfeld dann Svensson, Nmecha, Bellingham und Ryerson. Davor reihen sich Brandt und Beier hinter Guirassy ein. Denjenigen, die Kovac wenig Mut bei jungen Spielern attestiert haben, sei hier mal ein klares Zeichen gesetzt. Wir wünschen ihm viel Glück bei seinem ersten Auftritt an so einem wichtigen Abend von Beginn an.
Guirassy mit der frühen Führung
Kaum begonnen geht der BVB auch schon in Führung. Wie in der Bundesliga ist es wieder Ryerson von links, der die Flanke reinschlägt, und Guirassy muss nur noch einnicken. 1:0 für den BVB. Mustergültig, wie er da im Strafraum hochsteigt und alles um sich herum stehen lässt. Das geht ja gut los. Da haben sich die 15 Minuten Verspätung und die 75 Minuten Fahrt vom Hotel zum Stadion irgendwie gut auf die Mannschaft ausgewirkt. Das Warten auf den Anstoß in der Eiseskälte hat sich auch gelohnt.

Der BVB bleibt spielbestimmend. Wenn die Italiener dann aber nach vorne kommen, wird es schnell gefährlich. Aber es ist immer jemand da, der den Ball abjagen kann. Zwar sieht Reggiani schon zu Beginn die gelbe Karte für ein Allerweltsfoul, ist aber ansonsten immer auf der Höhe.
Guirassy mit der Vorlage zum 2:0
Die Elf aus der Lombardei kämpft sich mehr und mehr in das Spiel und kann es in der Folge ausgeglichener gestalten. Nach einem Freistoß von Ryerson ist es plötzlich Anton, der per Kopf den Ball aber übers Tor setzt.

Bei einem erneuten Vorstoß auf der linken Seite durch Guirassy passt dieser den Ball mustergültig auf den heranstürmenden Beier, der nur noch einschieben muss. 2:0 und die verdiente Halbzeitführung. Das war schon eine reife, erwachsene Leistung, die der BVB hier vorgetragen hat. Die Italiener kamen nicht zur Entfaltung und konnten sich nichts Nennenswertes herausspielen.
Nach einer starken ersten Hälfte geht es weiter
Mit der Hypothek der gelben Karte für Reggiani und einem 2:0 im Rücken geht es dann in die zweite Hälfte. Die Borussen beginnen so, wie sie aufgehört haben, und kommen schnell zur Sache. Guirassy stürmt mit dem Ball durch den Strafraum der Italiener, kommt aber zu Fall, ohne dass der türkische Schiedsrichter auch nur ansatzweise die Pfeife in den Mund nimmt. Aber der BVB bleibt dran und geht auf den dritten Treffer. Und auch die Abwehr steht weiter stabil und ist bei jedem Vorstoß der Lombarden, der mal durchkommt, zur Stelle. Nach einer Ecke von Ryerson, die Guirassy verpasst, versucht sich Brandt mit einem Schuss von der Strafraumkante, der aber knapp über die Latte geht.
Brandt und Beier gehen für Adeyemi und Chukwuemeka.
Die Elf von Trainer Palladino versucht es jetzt mit der Brechstange und setzt sich ein bisschen fest in der Dortmunder Hälfte, kann aber noch nichts Zählbares nachweisen. Der BVB hält dagegen. Die zweiten Bälle sind dann doch immer unsere. Die Schwarzgelben sind immer wieder für eine Möglichkeit gut. Meist fehlt aber nur eine Kleinigkeit für einen dritten Treffer.
Silva und Sabitzer kommen für Nmecha und Guirassy.

Jetzt gilt es aber auch, die Null hinten zu halten. Reggiani hat sich gut eingefügt und seine Karte gut kompensiert. Eine saubere Weste würde den Abend heute komplettieren. Fünf Minuten sind jetzt noch zu gehen. Die Norditaliener versuchen, nochmal alles reinzulegen. Ein Flachschuss aufs Tor von Kobel, den er aber sicher abfangen kann. Es gibt drei Minuten Nachspielzeit. Kovac gestikuliert noch mal mit beiden Händen und schickt seine Elf nach vorne, um Entlastung zu schaffen. Schluss. Der BVB gewinnt dieses Duell durch Tore von Guirassy und Beier und lässt keinen Gegentreffer zu. Souverän. Abgeklärt. So wie man es von einer Champions-League-Elf erwartet, die noch etwas vorhat. Es ist zwar im Rückspiel noch ein hartes Stück Arbeit, aber eine gute Grundlage ist gelegt.
Kovac:
Meine Mannschaft hat ein richtig gutes Spiel gegen eine wirklich starke Mannschaft gemacht. In der ersten Halbzeit sind wir gut ins Spiel gekommen und haben hier sehr früh das 1:0 gemacht. Wir haben sehr viele gute Momente gehabt und 2:0 geführt.
In der zweiten Halbzeit war es ein Abnutzungskampf. Wir konnten den Gegner sehr weit von unserem Tor fernhalten. Eine spielerisch sehr gute Leistung. Reggiani hat es sehr gut gemacht, mit 18 eine starke Leistung. Maxi Beier belohnt sich durch sein Tor selbst für seine gute Leistung und für seine Arbeit für die Mannschaft. Wir werden noch jeden Spieler brauchen, die Saison ist noch lang.
Weiter geht es in der Bundesliga am Samstag beim Spiel in Leipzig.
Text: Oliver Römer, Bilder: Kirchner Media, Bahho Kara und David Inderlied
