Borussia Dortmund gewinnt souverän gegen Mainz dank vier Kopfballtoren mit 4:0. Damit bleibt der BVB zum elften Mal in dieser Saison ohne Gegentor und festigt den zweiten Platz in der Tabelle mit einem kleinen Blick in Richtung Tabellenführer.
Aus dem Westfalenstadion berichtet Andreas Römer
Warmen Applaus zur Pause – das gab es zuletzt auch nicht so häufig für den BVB. Nach eher glücklichen Siegen gegen Heidenheim und in Wolfsburg stellte Borussia diesmal früh die Weichen auf Sieg. Man führte recht souverän zur Pause mit 3:0.
Dabei hatte Mainz die ersten Minuten gezeigt, dass man nicht nach Dortmund gefahren war, um die Punkte einfach so abzuliefern. Mutig und früh griffen die Gäste die Schwarzgelben bereits an deren Strafraum an. Sie machten die Spielaufbau der Heimmannschaft zunächst mühselig. Mit drei Siegen und gehörig Selbstvertrauen wollte die Karnevalsgesellschaft aus Mainz an dem Freitagabend, an dem traditionell „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ ausgestrahlt wird, am Ende auch gern lachen. Die rund 3.500 Fans aus Mainz waren jedenfalls bunt und laut.

Und der BVB war gewarnt. Mainz spürte zuletzt Aufwind unter dem neuen Trainer und ist ja auch bereits im Achtelfinal der Conference League, muss nicht in die Play-offs wie der BVB. Und da ist natürlich noch die Wunde, die die Mainzer vor drei Jahren rissen, als sie mit einem 2:2 am letzten Spieltag die Schale aus der Hand schlugen.
Nach einer Viertelstunde war’s erledigt
Doch davon waren die Meenzer Buben heute weit entfernt. In der 40. Bundesligapartie gegen den BVB bekamen sie nach den verheißungsvollen Anfangsminuten kein Bein mehr auf die Erde. Der BVB zog den Mainzer Gästen in nur fünf Minuten den Zahn.
In der 10. Minute gab es Freistoß genau am rechten Strafraumeck für die Dortmunder. Ryerson flankte, Guirassy köpfte – 1:0. Kohr war nicht hoch genug gesprungen und Guirassy konnte den Ball perfekt platzieren – keine Chance für Batz im Tor. In der 15. bekam der Norweger Ryerson aus dem Spiel den Ball fast an der gleichen Position, flankte diesmal an den zweiten Pfosten und Beier drückte per Kopf den Ball über die Linie.

Und im Gegensatz zu den letzten Spielen, wo sich der BVB häufig nach Führungen mühen musste, war diesmal schnell die Luft raus. Mainz hatte eine einzige erwähnenswerte Szene als Silas allein auf Kobel zulief und das Eckige mit dem Runden doch klar verfehlte. Ansonsten hatte der BVB alles fest im Griff, ließ den Ball laufen, machte so gut wie keine Fehler und keiner unter den 81.000 Zuschauern hatte diesmal das Gefühl, dass hier noch etwas anbrennen könnte.
Noch vor der Pause der Deckel drauf
Den Deckel drauf machten dann Ryerson und Guirassy kurz vor der Pause. Eine Ecke von links verwertet der Stürmer im Gewühl per Kopf aus drei Metern. 3:0 Ende Gelände!
Die bunten Karnevalisten des Mainzer Angangs störte das nicht, sie lieferten eine Superstimmung und angetrieben von der Südtribüne gingen diesmal auch wieder viele Schwarzgelbe auf den Tribünen mit, so dass es – wie so häufig bei Freitagabendspielen des BVB im Westfalenstadion – ein wirklich stimmungsvoller Abend war.

In der zweiten Halbzeit ließ der BVB gar keine Zweifel aufkommen, wer dieses Spiel gewinnen wird. Deutlich verbessert im Gegensatz zu den Auftritten gegen Heidenheim und Wolfsburg spielte die Elf von Trainer Kovac das Ding diesmal sauber nach Hause. Sogar die besseren Chancen hatte sie diesmal. Aber Nmecha, Beier und Brandt scheiterten alle an Batz.
Für den gelb verwarnten und nicht immer richtig stehenden Süle brachte Kovac zu Pause den Youngster Reggiani. Eine gute Gelegenheit ihn ein bisschen Bundesligaluft schnuppern zu lassen, da Mainz weiter zumeist harmlos blieb. Ganz zwei Schüsschen, musste Kobel halten, nicht, wovon er noch mal träumen wird.
Ryerson zum vierten
Den Endstand leitete – na klar – Ryerson ein, Mit der 09. Ecke des Spiels fand er Bensebaini, dessen Kopfball von Kohr ins eigene Tor verlängert wurde. Der Norweger hatte damit alle vier Treffer vorbereitet – das war im noch nie passiert, wie er später vor der Fernsehkamera zugab.

Schiedsrichter Welz ließ auch nicht lange nachspielen. Es gab keinen Grund in der fairen Partie und vielleicht hat er ja auch ein Herz für die ehemalige Bier-Metropole Dortmund, ist sein Heimatverein doch der FC Bierstadt.
Trainer Kovac zeigte sich nach Abpfiff sehr zufrieden, man habe den Willen gezeigt, das Spiel gewinnen zu wollen, die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht und es endlich mal wie gewünscht souverän zu Ende gespielt. Dem muss man nichts hinzufügen.
Text: Andreas Römer, Fotos: Bahho Kara/Kirchner Media
