Serhou Guirassy läuft bei Borussia Dortmund in dieser Saison weiterhin seinen Erwartungen hinterher. Auch beim Jahresauftakt gegen Eintracht Frankfurt (3:3) gelang dem guineischen Angreifer kein Treffer. Im Gegenteil: Er verursachte den Elfmeter, den Frankfurts Uzun zum zwischenzeitlichen 1:1 nutzte. Die Rufe nach einem dauerhaften Wechsel im Sturmzentrum werden lauter.
Von Falk-Stéphane Dezort
In der vergangenen Saison noch der gefeierte Held, jetzt der verspottete Pechvogel. Serhou Guirassy spielt beim BVB wahrlich keine gute Saison. Der sonst so torgefährliche und unberechenbare Angreifer kommt in der Bundesliga in 15 Spielen erst auf fünf Tore und eine Vorlage – seit Oktober wartet er in der Liga auf ein Erfolgserlebnis. Quotenmäßig ein wenig besser läufts in der Champions League. Dort traf er bisher drei Mal in sechs Spielen. Zur Erinnerung: Guirassy wurde in der Königsklasse 2024/2025 mit 13 Treffern Torschützenkönig.
„Die Konkurrenz ist wichtig“
„Jeder Stürmer muss eine solche Durststrecke mal durchlaufen“, sagte BVB-Trainer Niko Kovac am Freitagabend nachdem Last-Minute-Remis im Frankfurter Stadtwald. In der Partie gegen die Eintracht blieb Guirassy offensiv erneut glücklos und wurde nach 66. Minuten von Fabio Silva ersetzt. Die Rufe danach, dass der spanische Sommerneuzugang dauerhaft in die Startelf rückt und nicht von der Bank gebracht wird, werden im schwarz-gelben Fanlager immer lauter. „Die Konkurrenz ist wichtig. Außerdem haben wir sehr viele Spiele“, betonte Kovac. Allein im Januar stehen noch drei Bundesliga (Bremen, Pauli, Union) und zwei Champions-League-Partien (Tottenham, Inter) an. Da sei es gut, wenn man viel rotieren könne.

Anstelle mit Toren machte Guirassy in der laufenden Spielzeit mit anderen Dingen aufmerksam. Beispielsweise die Diskussion, wer in Turin den Elfmeter schießen darf, oder, dass sich der Guineer offenkundig nicht über die Treffer seiner Mitspieler freut und mehr lamentiert, als Fußball spielt.
Rückendeckung von Kovac und Anton
Kovac steht hinter Guirassy: „Ich halte ihm die Stange. Er kommt da wieder raus. Da mache ich mir keine großen Sorgen. Und wir werden ihm dabei helfen.“ Der Angreifer habe es auch nicht leicht, denn eben weil er in der vergangenen Saison der beste Dortmunder Scorer (21 Tore in 30 Bundesligaspielen) war, werde er nun von zwei oder gar drei Gegenspieler bearbeitet. „Er zieht viele Leute auf sich“ und werde viel bearbeitet.
Rückendeckung bekommt der 29-jährige afrikanische Angreifer auch von seinen Mitspielern. „Er arbeitet jeden Tag an sich. Es ist nur eine Frage der Zeit“, sagte Abwehrspieler Waldemar Anton. „Er geht viele Wege und reißt Lücken auf. Wenn er nur ein Tor macht, dann ist er zurück in der Spur.“ Und Silva: Dieser sei als Einwechselspieler „super wichtig für uns“. Es sei wichtig, dass sich die Einwechselspieler zerreißen. „Meistens sind es diese Spieler, die das Spiel entscheiden“, betonte Anton.
